Die „Disziplinen" der Physiotherapie
Die Physiotherapie ist ein umfangreiches Gebiet, das uns mit seinen einzelnen Disziplinen
vielfältige therapeutische Maßnahmen zur Verfügung stellt:
Massaqe
Manuell oder apparativ ausgeübte Druck- und Zugbewegungen auf Haut, Unterhaut und Muskulatur.
Verschiedene Techniken: Klassische (schwedische) Massage, Bindegewebsmassage, Faszientechnik,
Kolonmassage u.a.
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Wirkung:
Durchblutungsförderung, Tonisierung der Muskulatur, Schmerzlinderung,
Ausschwemmung von Ödemen, Lösen von Adhäsionen, Narbendehnung.
Bewegungstherapie
Passive Bewegungen
Unter Fixation der jeweiligen Knochenendpunkte werden die einzelnen Extremitätengelenke
von dorsal bis distal in maximale Beuge- und Streckstellung geführt.
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Aktive Bewegungs-_und Halteübungen
• Propriozeptives Training
Verbesserung der Muskelansteuerung durch die Nerven
bei Gelenkproblemen mittels Training auf labilen Unterlagen
• Isometrisches Training
Muskelaufbau durch Halteübungen
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• Einseitige Extremitätenbelastung
Kräftigung der Muskulatur
• Laufen auf Schaumstoffmatten
Bewegung gegen Widerstand zum Muskelaufbau
• Parcours
Überwindung von Hindernissen zum Muskelaufbau, Koordinationsübungen durch Gehen auf schmalen Unterlagen
• Laufbandtraining
Rehabilitationsmaßnahmen zum Ausdauertraining, durch 6 % Neigungswinkel des Bandes vermehrtes Aufnehmen des Gewichtes auf die Hinterextremitäten und damit Muskelaufbau, Gangbildtraining.
• Reflexauslösung zur Bewegungsinitiation und zum Training der Reflexbahnen bei Paresen.
Auslösung des Muskulatureigenreflexes durch tiefe Querdehnung einzelner Muskelbäuche. Auslösung des Flexor-Reflexes (Zwischenzehenreflexes).
• Schwimmen
Bewegungsinitiation, Bewegung gegen Wasserwiderstand zum Muskelaufbau, Gangbildschulung
Wirkung:
Behebung von Muskelatrophien, Kontrakturen, Paresen, Koordinationsschulung, Gangbildschulung.
Traktionsbehandlung
Manuelle Technik der Distraktion von Gelenkflächen bei Arthrosen zur mechanischen Lösung von Gelenkblockaden.
Wirkung:
Mobilisation und Schmerzlinderung durch reflektorische Entspannung der Muskulatur.
Thermotherapie
• Wärmewirkung durch Infrarotstrahlung, Ultraschall, hochfrequente elektrische Ströme, Heißwasserwickel, hyperämisierende Einreibungen, reflektorischen Wärmereiz.
Wirkung:
- Stoffwechselsteigerung
- vermehrte Durchblutung der Gewebe a Vasodilatation
- Senkung des Muskeltonus und Spasmolyse, dadurch Schmerzlinderung
• Kältewirkung durch lokale Auflagen (Hot/Cold-Packs, Eisabreibungen) oder Einreibungen (Kühlgels, bestimmte ätherische Öle).
Wirkung:
Sofortige Hypalgesie und thermoregulatorische Gegenreaktion (längeranhaltende Hyperämisierung); längere Anwendung führt zur Vasokonstriktion und kann damit zur Entzündungs-, Ödem- und Blutungsbehandlung eingesetzt werden.
BaIneotherapie
Behandlung mit natürlichen Heilwässern (Heilquellen: Bestimmter Mindestgehalt an Mineralstoffen), weitestgehend „Badebehandlung", auch unter Anwendung von mineralischen Badezusätzen oder ätherischen Ölen als Zusatz.
Indikation der Zusätze (Wirkstoffe werden aufgenommen, nicht abtrocknen):
Rheumabad, Arthrosebad, Sprudelbad (Mikromassage).
Wirkung:
Überwiegend rehabilitativ (Kälte => tonisierend; oberhalb der Körpertemperatur => sedierend.
Hydrotherapie
Wasseranwendungen wie Waschungen, Wickel, Angüsse, Kneippanwendungen (Teilbäder), Abreibungen, Erdarten-Packungen.
Wirkung:
Durchblutungsanregung bei Kreislaufschwäche, Tonisierung der behandelten Muskulatur.
Lichttherapie
• UV-Licht: Anregung des Vegetativums, Rekonvaleszenz
• Blaulicht: Rückgang von erhöhten Bilirubinwerten
Elektrotherapie
• Galvanisation: Gleichstrombehandlung
Wirkung:
Analgesierend, hyperämisierend, verändernd auf motorische und sensible Schwelle der Muskelfaser
• Niederfrequenztherapie (NF): Reiz oder Impulsströme mit Frequenz von 1 bis 250 Hz
Wirkung:
TENS-Analgesie; Stimulation von Nerven und Muskeln, Elektro-Gymnastik.
· Mittelfrequenztherapie (MF): Nutzfrequenz zwischen 4 und 20 kHz
Wirkung:
Motorische Reizwirkung, hyperämisierend
• Hochfrequenztherapie (HF):
- Kurzwelle (11 m) - 27 MHz
- Dezimeterwelle (69 cm) - 434 MHz
- Mikrowelle (12 cm) - 2450 MHz
Wirkung:
Wärmewirkung in tiefen Gewebsschichten (abnehmend von Kurz- zur Mikrowelle)
• Laser: (light amplification by simulated emission of radiation) - gehört im weitesten Sinne zu Lichttherapie.
Wirkung:
Wegen der geringen Eindringtiefe (gerade der Softlaser) umstritten, zur unterstützenden Wundbehandlung sehr nützlich.
• Ultraschall: Mechanische Schwingungen, die außerhalb des Hörbereiches liegen - zählt infolgedessen im weitesten Sinne zur Mechanotherapie. Hochfrequente Vibrationsmassage (Schwingungen von -> 20.000/sec) mit begrenzter Tiefenwirkungen (wenige Zentimeter im Muskelgewebe).
Wirkung:
Entzündungshemmend
Analgetisch
Gewebeerweichend
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